Nebel kennt keine Grenzen

Ich sehe es kommen.
Das Auto.
In meiner Erinnerung fährt es immer in Zeitlupe.
Quälend langsam.
Ich versuche zu schreien, sie zu warnen.
Doch es kommt kein Ton heraus. Nur hoffnungsloses Krächzen.
Es ist aus.
Alles.
Nacht für Nacht.
Immer wieder und wieder träume ich von diesem einzigen Augenblick.
Keine zehn Sekunden.
Und dennoch bestimmen sie mein ganzes Leben.
Nein.
Sie haben es zerstört!
Schreiend werfe ich im Schlaf den Kopf herum, hin und her, hin und her, hin und her.
In Gedanken taucht ihr Gesicht auf. Ihre Augen. Ihr Lächeln. Ihr Mund.
Wärme durchflutet mich, steigt in mir auf, wie ein freundliches Feuer.
Kurz bevor es geschah, drehte sie sich auf dem Fahrrad noch zu mir um.
Ich werde nie ihren Blick vergessen. Er hat sich in meine Seele gebrannt.
Wir wollten picknicken am See. Nur picknicken…
Eine Träne, eine weitere. Ich weine im Schlaf ohne es zu realisieren.
Dann kam das Auto.
Es schoss um die Ecke. Quietschende Reifen.
Ein Jugendlicher in einem geliehenen Sportwagen. Kam von der Spur ab… Seine Freundin saß neben ihm, als er meine überfuhr.
Er hatte nicht einmal Zeit zu bremsen.
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